Eigene Parabel
Wir sind wie Einzelgängern in der bevölkerten Innenstadt. Man stelle sich vor, ein Mann. Er steht in der Stadt. Gezeichnet von Narben, bärtig und schäbig. So wirkt er. Schwach wirkt er. Nutzlos wirkt er. Müde wirkt er. Ängstlich wirkt er, die Angst wirkt. Die Stadt wirkt. Ein auf ihn. Die Stadt hält ihn gefangen. Die Leute die vorbeilaufen, sie sehen ihn an. Er passt nicht in ihre Welt. Ihre Welt passt ihm nicht. Er dreht sich um. Sportwagen treten den beleuchteten Asphalt. An einer Ecke Gebrüll. An der anderen Ecke eine illustre Gesellschaft. Dunkel und kalt in der Stadt. Uhrenschlag von der großen Kirche, es ist 9 Uhr.
Neon blendet den Verstand. Läden ohne Seele umgeben den Mann.
Der Bus heißt seine Gäste willkommen. Ein quietschen, er fährt an. Der Mann ist nicht an Bord. Die Straße ist dunkel, der Bus hell erleuchtet. Der Mann, er wirkt verloren. Jemand fragt, ob er helfen könne. Kann er nicht. Ihm kann keiner helfen.
Die Welt anhalten, das vermag niemand zu tun.
So sehr ihn die Zwei-Null-Null-Acht quält. So sehr der Mann allein steht, hinter ihm steht er selbst. Schatten der Vergangenheit blickt ihm über die Schulter. Sein jugendliches selbst ist sein Sekundant.
Wirkt er auch noch so schwach, der Mann hat sich selbst nicht vergessen.
Kommt jemand an der Haltestelle an, der ihn umarmt, so dreht er sich um. Die Stadt ist nicht sie selbst. Veränderung auf Kosten des Mannes.
Doch seine Augen spiegeln die Vergangenheit der Stadt. Plötzliche Stärke entzündet den Willen des Mannes. In jenem Moment, er entschwindet endgültig der Stadt. Sie kann ihn nicht mehr fangen...